Der Brenner Basistunnel

logo bbtDie Grabungsarbeiten für den Brenner Basistunnel werden zur Zeit unterhalb unserer Gemeinde Ellbögen durchgeführt. Aus diesem aktuellen Anlass informiert die Gemeinde Ellbögen über dieses Projekt.

  

Die Unterlagen von der Informationsveranstaltung vom 28.11.2016 im Gemeindesaal Ellbögen können unter folgendem Link heruntergeladen werden. Informationsveranstaltung_Ellbögen_28.11.2016.pdf

Der Brenner Basistunnel bildet das Herzstück des Skandinavisch-Mediterranen TEN-Korridors von Finnland nach Malta. Eine besondere Bedeutung nimmt der 64 km lange Brenner Basistunnel als staatenverbindendes Eisenbahnprojekt zwischen Österreich und Italien ein.

BBT Arbeiter

 

Der BBT besteht aus zwei Tunnelröhren mit einem Durchmesser von 8,1 m, die in einem Abstand von 70 m verlaufen (siehe Abb.1). Sie sind eingleisig bestückt, sodass die Züge im Einbahnverkehr durch die beiden Tunnel fahren.

In Abständen von 333 m verbindet ein Stollen, ein sogenannter Querschlag, die zwei Röhren. Die Querschläge dienen in Notfallsituationen als Fluchtweg.

Eine Besonderheit des Brenner Basistunnels ist der durchgehende Erkundungsstollen. Er befindet sich mittig zwischen den beiden Haupttunnelröhren, 12 m darunter, und ist mit ca. 6 m Durchmesser kleiner als diese. Die Vortriebsarbeiten am Erkundungsstollen sollen Aufschluss über die Beschaffenheit des Gebirges geben und dadurch Baukosten und –zeiten minimieren. Sobald der BBT in Betrieb ist, wird der Erkundungsstollen eine wichtige Rolle für die Entwässerung spielen.

 BBTAbb.1

 

Der BBT wird eine Gesamtlänge von 64 km aufweisen, womit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt entsteht. Zwischen Innsbruck und Franzensfeste ist der zweiröhrige Tunnel 55 km lang. In Innsbruck mündet der BBT in die bestehende unterirdische Eisenbahnumfahrung Innsbruck, welche in Tulfes in die neue Unterinntaltrasse übergeht. Parallel zur Umfahrung Innsbruck wird der 9,7 km lange Rettungsstollen ausgebrochen.

Die maximale Geschwindigkeit von Personenzügen ist auf 250 km/h festgelegt. Auf der bestehenden Bahnstrecke beträgt die Fahrzeit zwischen Innsbruck und Franzensfeste ca. 80 Minuten. Sobald die Züge durch den BBT fahren können, wird sie auf 25 Minuten reduziert.

 

Die Bauarbeiten:

Seit 2008 laufen die Vortriebsarbeiten am Brenner Basistunnel. Der Bauzeitplan sieht zunächst den Ausbruch der seitlichen Zufahrtstunnel und großer Abschnitte des Erkundungsstollens vor. Sowohl in Nord- als auch in Südtirol wird bereits an den Haupttunnelröhren gearbeitet.

Vier seitliche Zufahrtstunnel führen von der Oberfläche in die Tiefe des Berges zum Erkundungsstollen und zu den beiden Haupttunnelröhren. Die vier bereits fertig gestellten Zufahrtstunnel befinden sich auf österreichischer Seite in Ampass, im Ahrental und in Wolf bei Steinach am Brenner, auf italienischer Seite in Mauls. Auch die Belüftungsrohre, die während des Baus Frischluft in die Tunnelröhren pumpen, verlaufen durch die Zufahrtstunnel. Aus diesem Grund weisen Letztere einen Ausbruchsquerschnitt von über 100 Quadratmetern auf und sind größer als normale Straßentunnel.

Der BBT durchläuft unterschiedlichste geologische Zonen. Vereinfacht herrschen die folgenden vier Gesteinsstrukturen vor: Innsbrucker Quarzphyllit, Bündner Schiefer, Zentralgneis und Brixner Granit. Ein Teil dieser Gesteine kann als Baumaterial wiederverwertet werden, zum Beispiel als Zuschlagstoff für Beton. Wertloses Ausbruchsmaterial muss jedoch deponiert werden. Die Deponien sind in der Nähe der Tunnelportale zwischen Innsbruck und Franzensfeste angelegt (Deponie Ampass, Ahrental, Padastertal, Genauen, Flaggerbach und Hinterrigger). Das Material wird großteils unterirdisch mittels Förderbändern direkt auf die Deponien transportiert.

 BBT Abb.02

 

Die Finanzierung:

Die beiden Staaten Österreich und Italien realisieren und finanzieren den BBT gemeinsam. Die Kosten des Projektes werden auf 8,7 Mrd. Euro geschätzt (Preisbasis 2015). Darin sind die Baukosten, das Management und die Planung, die eisenbahntechnische Ausrüstung sowie eine Risikovorsorge enthalten.

Die Summe wird von Österreich und Italien jeweils zur Hälfte übernommen. Hinzu kommt eine Kofinanzierung der EU in der Höhe von 40 %.

Weitere Informationen auf der Homepage BRENNER BASIS TUNNEL BBT SE. Unter folgendem Link werden sie weitergeleitet: Homepage BBT SE

 

 

 

Kontakt

  • St.Peter 31
    6083 Ellbögen
  • +43 512 377555